Ich freue mich über Deinen Besuch hier in meinem kleinen Café.
Ich bin Lulua (das bedeutet: Perle), und ich bin eine verschleierte Frau. Über meine Erfahrungen als verschleierte Frau in Deutschland berichte ich auf dieser Seite. Außerdem findest Du hier Informationen rund um dieses Thema.
Neben meinem Blog und einer Art Lexikon sowie einer FAQ gibt es hier auch ein Diskussionsforum. Ich freue mich über Gäste meines Cafés, die dort mit mir und anderen reden möchten.
Du findest mich auch in den Sozialen Medien. Wenn Du magst, kannst Du mir eine E-Mail schicken.
Das religiöse System der Verschleierung von Frauen in der Gegenwart von Männern und das Konzept der Geschlechtertrennung beruhen auf einer starren Einteilung in zwei Geschlechter: Mann und Frau.
Wir wissen heute, dass das mit dem Geschlecht aus biologischer Perspektive so nicht funktioniert, dass es viel komplizierter ist. Es gibt Frauen, Männer, intergeschlechtliche Menschen und auch nichtbinäre Personen. Dazu kommt das Thema Transgeschlechtlichkeit.
Viele Menschen (nicht nur Religiöse, aber die eben auch) hätten es weiterhin gerne schön einfach, hier Männer, da Frauen, Kiste zu, Thema erledigt – und handeln entsprechend.
Das Schamgefühl, so sagte es der Psychiater und Psychoanalytiker Leon Wurmser, ist die Wächterin der menschlichen Würde. Scham ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Das Schamgefühl gehört zum Innersten unseres Wesens, zum Kern unserer Persönlichkeit und damit zu unserer unverletzlichen Würde.
Jeder Mensch hat seine eigene Schamgrenze, die nur teilweise durch die Kultur, in der wir aufwachsen, bedingt ist. Wir entwickeln unser Schamgefühl im Laufe unseres Lebens. Dabei kann sich auch die Schamgrenze verschieben, etwa durch religiöse Überzeugungen, die wir gewinnen.
Das Schamgefühl eines jeden Menschen ist unbedingt zu respektieren, auch dann, wenn es uns übertrieben erscheint. Die Schamgrenzen eines Menschen dürfen nie verletzt werden. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die das Schamgefühl (auch das eigene) oft geringachtet.
Das Abendland, insbesondere ein „christliches Abendland“, hat nie tatsächlich existiert. Es ist eine nachträgliche Erfindung aus dem 19. Jahrhundert – als ein Block christlicher Nationen gegen den Islam (gleichgesetzt mit dem „Morgenland“).
Diese Tage werden wieder heiß. Viel trinken ist da wichtig. Kalte Getränke sind allerdings nicht empfehlenswert. Ich bevorzuge Tee – etwa mit Nana- oder Marokkanischer Minze, gerne gemischt mit Gunpowder- oder anderem Grünem Tee. Die ätherischen Öle der Minze sind erfrischend. Grünen Tee empfinde ich als bekömmlicher als Schwarzen Tee (gesünder soll er auch sein).
Gunpowder heißt in China 珠茶 zhū chá, was „Perlen-Tee“ bedeutet, wohl nach der Form der zu kleinen Kugeln gepressten Teeblätter. Da mein Name Lulua „Perle“ bedeutet, ist das der perfekte Tee für mich. Lulua-Tee.
Heute nur eine kurze Strecke mit dem Nikab unterwegs, zum Einkaufen für das Wochenende.
Angekommen beim Discounter, stelle ich wie üblich meinen Einkaufstrolley im Kassenbereich ab und will gerade in den Laden gehen, als ich sehe, dass jemand die Klappe hochnimmt, um in den Trolley zu schauen. Er sieht meinen Blick und meint, „ich muss doch schauen, ob da eine Bombe drin ist“. Aber sonst geht’s noch? Auch wenn es nur ein Scherz gewesen sein sollte (wobei ich mir nicht sicher bin) – so etwas geht nun mal gar nicht.
Im Laden schaut mich ein kleines Mädchen, etwa vier oder fünf Jahre alt, neugierig an. Damit sie meine Augen besser sehen kann, ziehe ich etwas am Nikab, um die Öffnung für die Augen zu vergrößern, und winke dem Kind zu. Das Kind strahlt und winkt zurück. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Kinder auf den Nikab reagieren. Meist ist es Neugierde.
Das dritte Erlebnis dann auf dem Weg nach draußen. Mir ist das Licht nach dem Verlassen des Ladens zu hell, und ehe ich davon Kopfschmerzen bekomme, ziehe ich eine weitere Stofflage über das Gesicht, sodass meine Augen bedeckt sind – Sonnenbrille à la Nikabi. Mir kommt eine Frau mit dunkler Sonnenbrille entgegen und kommentiert halblaut „nicht einmal die Augen kann man sehen“. Ja, genau wie bei dir, Teuerste.