Ich freue mich über Deinen Besuch hier in meinem kleinen Café.
Ich bin Lulua (das bedeutet: Perle) oder auf Deutsch Greta. Ich bin Christin und verschleiere mich aus religiösen Gründen.
Über meine Erfahrungen als verschleierte Frau in Deutschland berichte ich auf dieser Seite. Außerdem findest Du hier Informationen rund um dieses Thema.
Neben meinem Blog (samt Kommentarfunktion) und einer Art Lexikon sowie einer FAQ-Sammlung gibt es hier auch ein Diskussionsforum. Ich freue mich über Gäste meines Cafés, die dort mit mir und anderen reden möchten.
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Heute vor vier Jahren starb die kurdische Iranerin Jina Mahsa Amini (22) in einem Gefängnis in Teheran.
Ihr „Vergehen“: ein angeblicher Verstoß gegen das „Hidschab-Gesetz“ des Mullah-Regimes. Dafür wurde sie drei Tage vorher von der berüchtigten „Sittenpolizei“ (Gascht-e Erschad) festgenommen und so schwer misshandelt, dass sie schließlich ihren Verletzungen erlag. Nach Zeugenaussagen ging die Polizei mit extremer Brutalität gegen Jina und andere Gefangene vor. Medizinische Hilfe erhielt sie viel zu spät.
Keine Frau sollte dafür bestraft oder auch nur von den Behörden ergriffen werden, dass sie ihr Kopftuch nicht richtig (oder gar nicht) trägt. Und schon gar nicht sollte eine Frau deswegen so schwer misshandelt werden, dass sie stirbt.
Wie können Menschen glauben, dass so etwas Gott gefällt? Dass Gott die Festnahme und die brutale Misshandlung einer Frau will, nur weil ihr Hidschab verrutscht war, sodass wohl einige Haare zu sehen waren? Wie können Menschen glauben, dass Gott will, dass wir Menschen zu religiösen Handlungen zwingen?
Ein „religiöses“ Regime, das so agiert, verletzt nicht nur die Menschenrechte, sondern auch die Religion, den Glauben an Gott. Es treibt die Menschen weg vom Glauben an Gott.
Im Iran ist diese Brutalität des Regimes bis heute Alltag. Immer wieder trifft es Frauen, immer aus nichtigem Anlass. Es ist eine Schreckensherrschaft, durch die unzählige Frauen verletzt oder getötet werden.
Als Frau, die sich aus religiösen Gründen verschleiert – weitaus mehr, als dies im Iran vorgeschrieben ist – lehne ich dieses Vorgehen entschieden ab. Jede Frau muss selbstbestimmt entscheiden können, ob sie sich bedeckt oder nicht. Kein Mensch darf sie dazu zwingen, sich zu bedecken oder zu enthüllen.
Ich glaube, dass der Schleier nur dann vor Gott als verdienstvoll gilt, wenn er freiwillig getragen wird, aus Liebe zu Gott. Es gibt keinen Zwang in der Religion.
Heute vor 25 Jahren entführten Terroristen in den USA mehrere Flugzeuge, eines wurde vor dem Ziel von Passagieren zum Absturz gebracht, zwei rasten ins World Trade Center in New York und eines ins Pentagon in DC. Schnell gab es Hinweise, dass die Attentäter zu Al-Kaida gehörten, gegründet und angeführt von Osama bin Laden, einem aus Saudi-Arabien stammenden Terroristen, der sich zu dem Zeitpunkt im von den Taliban kontrollierten Afghanistan versteckt hielt.
Und danach dauerte nicht lange, da zog ein neuer Begriff in die Medien ein: „Burka“. Berichte aus Afghanistan wurden mit Bildern von Frauen im Tschaderi garniert, der im Englischen als „Burqa“, im Deutschen dann als „Burka“ bezeichnet wurde.
Frauen, die sich halbnackt in unterwürfiger Pose als leicht verfügbares Girlie dem männlichen Blick präsentieren und sich sexpositiv geben, gelten spätestens seit den 2000er Jahren als selbstbestimmt, als emanzipiert.
Frauen, die sich vor dem männlichen Blick und der Sexualisierung des weiblichen Körpers verhüllen, gelten hingegen als fremdbestimmt, als unfrei, unterdrückt.
„Keine Frau trägt so etwas freiwillig!“, ist eine der Begründungen für ein Verbot von Nikab oder muslimischer verhüllender Frauenkleidung wie Dschilbab oder Burkini, die ich häufig höre. Frauen würden stets dazu gezwungen, es gäbe halt Druck aus dem sozialen oder familiären Umfeld oder sogar Zwang. Bestenfalls als radikalisierte Extremistin käme eine Frau auf die Idee, diese Kleidung freiwillig zu tragen.
Wer so etwas sagt, hat natürlich selbst in der Regel keinerlei Erfahrung mit Hidschab, Dschilbab, Abaya, Khimar, Nikab, Burkini oder was sonst und begnügt sich meist mit Bauchgefühl und Anekdoten.
Würde ich meinen Schleier ablegen, wäre ich nur noch eine weiße, blonde Frau, die akzentfrei Deutsch spricht, deren Name und Staatsangehörigkeit deutsch sind, eine "Biodeutsche", zudem eine Christin.