Ich freue mich über Deinen Besuch hier in meinem kleinen Café.
Ich bin Lulua (das bedeutet: Perle), und ich bin eine verschleierte Frau. Über meine Erfahrungen als verschleierte Frau in Deutschland berichte ich auf dieser Seite. Außerdem findest Du hier Informationen rund um dieses Thema:
Neben meinem Blog (samt Kommentarfunktion) und einer Art Lexikon sowie einer FAQ-Sammlung gibt es hier auch ein Diskussionsforum. Ich freue mich über Gäste meines Cafés, die dort mit mir und anderen reden möchten.
Heute nur eine kurze Strecke mit dem Nikab unterwegs, zum Einkaufen für das Wochenende.
Angekommen beim Discounter, stelle ich wie üblich meinen Einkaufstrolley im Kassenbereich ab und will gerade in den Laden gehen, als ich sehe, dass jemand die Klappe hochnimmt, um in den Trolley zu schauen. Er sieht meinen Blick und meint, „ich muss doch schauen, ob da eine Bombe drin ist“. Aber sonst geht’s noch? Auch wenn es nur ein Scherz gewesen sein sollte (wobei ich mir nicht sicher bin) – so etwas geht nun mal gar nicht.
Im Laden schaut mich ein kleines Mädchen, etwa vier oder fünf Jahre alt, neugierig an. Damit sie meine Augen besser sehen kann, ziehe ich etwas am Nikab, um die Öffnung für die Augen zu vergrößern, und winke dem Kind zu. Das Kind strahlt und winkt zurück. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Kinder auf den Nikab reagieren. Meist ist es Neugierde.
Das dritte Erlebnis dann auf dem Weg nach draußen. Mir ist das Licht nach dem Verlassen des Ladens zu hell, und ehe ich davon Kopfschmerzen bekomme, ziehe ich eine weitere Stofflage über das Gesicht, sodass meine Augen bedeckt sind – Sonnenbrille à la Nikabi. Mir kommt eine Frau mit dunkler Sonnenbrille entgegen und kommentiert halblaut „nicht einmal die Augen kann man sehen“. Ja, genau wie bei dir, Teuerste.
Die Religionsfreiheit gemäß Artikel 4 Grundgesetz* ist in Deutschland ein sog. schrankenloses Menschenrecht bzw. ein Menschenrecht ohne Gesetzesvorbehalt.
Ich denke, ich werde ab jetzt regelmäßig meine Erlebnisse aufschreiben, die ich so habe, wenn ich mit dem Nikab unterwegs bin. Also, hier ist der erste Bericht: Mit dem Nikab unterwegs.
Gestern war ich mit dem Nikab unterwegs – mit S- und U-Bahn zum Flughafen Stuttgart und wieder zurück. Ich mag alles, was mit Fliegen zu tun hat. Darum bin ich bisweilen gerne am Flughafen, auf der Besucherterrasse. Habe Reinhard Mays Über den Wolken im Kopf, träume vom Fliegen. Eigentlich wollte ich in die Wilhelma, Stuttgarts Zoo, aber ich habe mich dann kurzfristig für den Airport entschieden.
Und gestern war solch ein Tag, an dem es mit Dschilbab, Nikab und Handschuhen eher unangenehm war.
Mit dem Wort Hidschab ( حجاب, DMG ḥiǧāb), zu Deutsch ungefähr „Vorhang“ oder „Schranke“, wird zweierlei bezeichnet:
Zum einen die obligatorische Trennung zwischen den Geschlechtern im Islam und die entsprechenden Vorschriften für Frauen und Männer, die die Kleidung, das Verhalten usw. betreffen.
Zum anderen diesen Regeln entsprechende Kleidungsstücke für Frauen, insbesondere das Kopftuch, das darum meist als Hidschab bezeichnet wird. Allerdings betrachten manche Musliminnen ein einfaches Kopftuch nicht als ausreichend und tragen stattdessen Tücher, die auch die Schultern bedecken, beispielsweise einen Khimar.
Die Abaya (arabisch عباية, DMG ʿabāya) ist ähnlich wie der Dschilbab eine Straßenkleidung für Frauen, die meist über der normalen Kleidung getragen wird. Im Gegensatz zum Dschilbab bedeckt die Abaya nicht den Kopf, sodass sie größtenteils mit einem Hidschab oder Khimar ergänzt wird, der die Haare, oft auch die Schultern verhüllt. Dazu kommt manchmal noch ein Nikab. Die Abaya hat stets lange Ärmel, ist hochgeschlossen und reicht meist bis zu den Füßen, ähnlich einem Kaftan.
Manche Abayas sind sehr schlicht, andere aufwendig verziert, was beim Dschilbab selten der Fall ist. Sie kommt in verschiedenen Schnitten und Farben vor.
Der Dschilbab (arabisch جلباب, DMG Ǧilbāb, Plural Dschalabib), auch Jilbab geschrieben, ist eine Straßenkleidung für Frauen, die den Körper mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen bedeckt und weit geschnitten ist. Er ist also bodenlang, manchmal zweiteilig (Rock bzw. Hose und Oberteil). Er wird vor allem in Gegenwart fremder Männer getragen, meist über der Hauskleidung.
Ein ähnliches Gewand, das allerdings den Kopf unbedeckt lässt, ist die Abaya.
Es gibt ihn in vielen verschiedenen Schnitten und Farben. Ein Dschilbab soll den Körper blickdicht verhüllen, sodass die Konturen des Körpers möglichst nicht zu erkennen sind. Manchmal wird der Dschilbab mit einem Nikab kombiniert.
Eine hauptsächlich in der Türkei manchmal getragene Variante ist der Çarşaf (Tscharschaf), der manchmal so getragen wird, dass auch das Gesicht bis auf die Augen bedeckt ist.