Als ich begann, den Schleier zu tragen, hatte ich dafür vor allem einen Grund: Gelebte Solidarität mit muslimischen Frauen, die wegen ihres Schleiers Diskriminierung und Anfeindungen erleben.
Inzwischen sind einige Jahre vergangen, und obwohl das immer noch ein wichtiger Grund für mich ist, so hat sich doch etwas verändert. Mittlerweile fühle ich mich mit meinem Schleier „gut behütet“.
Ich habe eine sehr positive Einstellung zu meinem Schleier, zu Dschilbab, Nikab und Handschuhen, gewonnen. Ich fühle mich durch den Schleier zu einem besseren Leben befreit, ich fühle mich durch den Schleier geschützt. Ohne meinen Schleier würde ich mich nackt fühlen.
Ich danke Gott dafür, dass er mich geleitet hat, den Schleier anzulegen.
Der Schleier macht mich nicht unsichtbar, er ist kein Zeichen meiner Unterordnung, er behindert mich nicht, er schränkt mich nicht ein.
Mein Schleier ist Ausdruck meiner Liebe zu Gott, meiner Hingabe an ihn, meiner Dankbarkeit für seine Barmherzigkeit.
Ich liebe es, bescheiden gekleidet zu sein. Die Menschen müssen sich nun mehr mit meinen inneren Werten auseinandersetzen.
Mein Schleier ist Teil meiner Identität, meiner Persönlichkeit. Lege ich ihn ab, etwa infolge eines Verbotes, würde an meiner Persönlichkeit etwas fehlen. Die Person, die ich bin, würde unsichtbar werden. Würde verschwinden. Ein Teil von mir würde verstummen; denn mit meinem Schleier äußere ich mich.
Wäre ich gezwungen, den Schleier abzulegen, wäre ich nicht mehr frei.
Ich bin dank der Barmherzigkeit Gottes gut behütet.