Lulua’s Café1 ist eine private, nicht kommerzielle Homepage über die Verschleierung aus religiösen Gründen.

Betreiberin ist Greta „Lulua“ Molthagen, eine Christin aus Südwestdeutschland. 

Ich trage selbst den Schleier, schreibe also aus der Innenperspektive verschleierter Frauen, nicht als Außenstehende.

Über meine Gründe

Meine Gründe, den Schleier zu tragen, sind ausschließlich religiös.

Einer der Gründe ist Solidarität mit muslimischen Frauen, die aufgrund ihrer Verschleierung diskriminiert werden. Diese Solidarität erwächst aus meinem christlichen Glauben, sich für andere Menschen einzusetzen und Nächstenliebe zu üben. 

Von muslimischen Frauen wird, vielfach vollverschleiert als „Integration“, Assimilation erwartet. Sie sollen auf Hidschab, Burkini, Dschilbab, Abaya und Nikab verzichten. Bewusst gehe ich den entgegengesetzten Weg und trage als deutsche christliche Frau eben diese Kleidung (die ja ohnehin zur christlichen, in der Bibel begründeten Kultur gehört)., 

Ich bin überzeugt, dass Sichtbarkeit Akzeptanz für Minderheiten schafft. Auch deswegen bin ich als Nikab-Trägerin sichtbar. Gerade da, wo ich mit Menschen ins Gespräch komme, kann Akzeptanz noch weiter wachsen. 

Ein weiterer Grund ist meine eigene Überzeugung, dass es gut und wertvoll ist, wenn ich als Christin den Schleier trage. Der Schleier bietet mir Schutz und ist für mich ein Ausdruck von Freiheit im Glauben. Er ist Teil meiner Identität als Christin. Er macht mich als religiöse Frau, der ihr Glauben wichtig ist, sichtbar. Er ist dabei mehr als ein religiöses Symbol, er ist eine gottesdienstliche Handlung.

Der Schleier gehört seit jeher zum Christentum – die meisten Frauen der Bibel, Jüdinnen wie Christinnen, trugen den Schleier – und ist dann in Vergessenheit geraten. Ich habe keinen Grund anzunehmen, dass die Verschleierung heutzutage unangebracht, falsch oder gar verboten wäre. Die Bibel kennt keine allgemeingültigen Bekleidungvorschriften für Frauen, sodass hier von der Gewissensfreiheit der Christinnen auszugehen ist. Sie entscheiden dies für sich selbst. 

Ich glaube also nicht, dass es eine allgemeine Pflicht zur Verschleierung gibt, dass aber Christinnen den Schleier tragen können, wenn sie darin Gottes Willen für sich erkennen und ihren Glauben auf diese Weise praktizieren wollen. Ich glaube, dass Gott diesen Gottesdienst wertschätzt und uns dafür seinen Segen schenkt.

Meine eigene Erfahrung

Ich schreibe aus eigener Erfahrung, die inzwischen mehrere Jahre umfasst. 

Das sind nur Erfahrungen, die ich als verschleierte Frau mache, die regelmäßig für eine Muslimin und häufig für eine Nichtdeutsche gehalten wird. Ich erfahre also auch antimuslimischen und fremdenfeindlichen Rassismus.

Da ich keine Muslimin bin, teile ich dennoch nicht alle Erfahrungen, die verschleierte Musliminnen machen (und als weiße Frau teile ich auch nicht die Erfahrungen, die Schwarze und Farbige Musliminnen machen).

Es ist klar, dass diese Frauen mehrfach marginalisiert sind, aufgrund ihrer Religion, ihrer Herkunft und ihrer Hautfarbe. 

Ich bin mir meiner Privilegien in Deutschland als weiße Frau und Christin bewusst. 

Lege ich meinen Schleier ab, bin ich plötzlich nur noch eine weiße christliche Frau. Dieses Privileg haben muslimische Frauen nicht, gerade dann nicht, wenn sie zudem rassifiziert werden. Auch ohne den Schleier erfahren sie Diskriminierung.

Mein Verhältnis zum Islam

Als interreligiös engagierte Christin begegne ich Muslimen und ihrem Glauben mit großer Wertschätzung und tiefem Respekt für ihren Glauben, ohne alle ihre Überzeugungen zu teilen.

Für mich sind gläubige muslimische Frauen meine Schwestern, denen ich Frieden und Segen wünsche. 

Als Christin glaube ich nicht, dass das Christentum im Hinblick auf Lehre und Praxis besser wäre als der Islam. Wir Christen haben in Geschichte und Gegenwart Muslimen sehr schlimme Dinge angetan. Wir haben keinen Grund, uns in irgendeiner Weise überlegen zu fühlen. 

Tatsächlich können wir Christen viel von Muslimen lernen (das Bibelwort „prüfet alles und behaltet das Beste“ gilt meiner Überzeugung nach auch in diesem Bereich). Ich habe von den Musliminnen gelernt, die Verschleierung wertzuschätzen. Dafür bin ich meinen muslimischen Schwestern sehr dankbar. 

Aufgrund des Themas komme ich nicht umhin, auch über den Islam zu schreiben, und ich tue dies nach bestem Wissen. Sollten Äußerungen ungenügend oder fehlerhaft sein, freue ich mich über Korrekturen. 

Der von mir beschriebene Islam entspricht den Schilderungen meiner muslimischen, meist sunnitischen Schwestern, die Hidschab und Nikab tragen. Nicht alle Muslime teilen diese Sichtweise. 

Keine Bekehrungsversuche

Ich missbrauche meine Homepage über die Verschleierung nicht für christliche Bekehrungsversuche an Muslimen. Solche Vorgehensweisen lehne ich strikt ab. Mir geht es um Solidarität mit verschleierten muslimischen Frauen, die in diesem Land Diskriminierung erfahren, nicht um Bekehrungen. 


1 Der Name der Homepage leitet sich von der früher verwendeten Domain, lulua.cafe, ab. 

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