Heute vor vier Jahren starb die kurdische Iranerin Jina Mahsa Amini (22) in einem Gefängnis in Teheran.
Ihr „Vergehen“: ein angeblicher Verstoß gegen das „Hidschab-Gesetz“ des Mullah-Regimes. Dafür wurde sie drei Tage vorher von der berüchtigten „Sittenpolizei“ (Gascht-e Erschad) festgenommen und so schwer misshandelt, dass sie schließlich ihren Verletzungen erlag. Nach Zeugenaussagen ging die Polizei mit extremer Brutalität gegen Jina und andere Gefangene vor. Medizinische Hilfe erhielt sie viel zu spät.
Keine Frau sollte dafür bestraft oder auch nur von den Behörden ergriffen werden, dass sie ihr Kopftuch nicht richtig (oder gar nicht) trägt. Und schon gar nicht sollte eine Frau deswegen so schwer misshandelt werden, dass sie stirbt.
Wie können Menschen glauben, dass so etwas Gott gefällt? Dass Gott die Festnahme und die brutale Misshandlung einer Frau will, nur weil ihr Hidschab verrutscht war, sodass wohl einige Haare zu sehen waren? Wie können Menschen glauben, dass Gott will, dass wir Menschen zu religiösen Handlungen zwingen?
Ein „religiöses“ Regime, das so agiert, verletzt nicht nur die Menschenrechte, sondern auch die Religion, den Glauben an Gott. Es treibt die Menschen weg vom Glauben an Gott.
Im Iran ist diese Brutalität des Regimes bis heute Alltag. Immer wieder trifft es Frauen, immer aus nichtigem Anlass. Es ist eine Schreckensherrschaft, durch die unzählige Frauen verletzt oder getötet werden.
Als Frau, die sich aus religiösen Gründen verschleiert – weitaus mehr, als dies im Iran vorgeschrieben ist – lehne ich dieses Vorgehen entschieden ab. Jede Frau muss selbstbestimmt entscheiden können, ob sie sich bedeckt oder nicht. Kein Mensch darf sie dazu zwingen, sich zu bedecken oder zu enthüllen.
Ich glaube, dass der Schleier nur dann vor Gott als verdienstvoll gilt, wenn er freiwillig getragen wird, aus Liebe zu Gott. Es gibt keinen Zwang in der Religion.