Als Parda (im engl. Sprachraum Purdah), was in etwa „Vorhang“ bedeutet, werden Verhaltens- und Bekleidungsregeln für Frauen auf dem indischen Subkontinent bezeichnet.
Diese Regeln sind vorislamischen Ursprungs, wurden aber von den sunnitischen Muslimen aus dem Subkontinent übernommen. Von einigen regionalen Besonderheiten abgesehen, entsprechen sie weithin den Hidschab-Regeln für Frauen.
Teils ist der Begriff und sind die Regeln auch im Iran und in der Türkei (hier als Perde) in Verwendung.
Parda wird ebenso bei den Hinduisten auf dem Subkontinent praktiziert.
Parda wird heute von den Taliban in Afghanistan erzwungen, aber auch in Pakistan, Bangladesch und Teilen Indiens praktiziert, wobei die Regeln heute außer in Afghanistan meist weniger streng gehandhabt werden. Die Zahl der Frauen, die in Parda leben, nimmt jedoch in den letzten Jahren zu.
Weithin gilt die Verschleierung des Gesichts, oft einschließlich der Augen, als obligatorisch. Ein typisches Frauengewand ist der Tschaderi, den wir aus Afghanistan als „Burka“ kennen. Manchmal werden aber auch Nikabs getragen. Im Iran ist die Verschleierung des Gesichts allerdings unter schiitischen Muslimas unbekannt. Hier ist der traditionelle Tschador ein typisches Parda-Gewand für Frauen.
Auch innerhalb der Wohngebäude werden die Frauen streng abgeschirmt und bewohnen Räume, zu denen fremde Männer keinen Zutritt haben.
In manchen Fällen verlässt eine Frau, die in Parda lebt, ihre Wohnung nur sehr selten und dann nur in männlicher Begleitung und vollständig verschleiert. Sie genießen dann oft keine richtige Schulbildung und gehen in der Regel auch keinem Beruf nach.
Was wir aus Afghanistan unter den Taliban kennen, entspricht weithin einer sehr strengen Auslegung von Parda. Unter den Paschtunen spielen neben den Parda-Regeln auch die Regeln des Rechts- und Ehrenkodexes Paschtunwali (ebenfalls vorislamischen Ursprungs) eine gewichtige Rolle für das Leben der Frauen.