Im Deutschen gibt es eine ganze Reihe von Bezeichnungen für muslimische Frauen. Einige von ihnen sollten gar nicht mehr verwendet werden: „Mohammedanerin“, „Muselmanin“, „Moslemin“.
Es bleiben vor allem zwei Bezeichnungen: „Muslima“ und „Muslimin“.
Welche Bezeichnung sollte verwendet werden?
Das Wort Muslima ist ein Lehnwort aus dem Arabischen. Im Arabischen ist etwa von امرأة مسلمة (aimra'at muslima) die Rede, „muslimische Frau“ oder kurz مسلمة (muslima). Seit den 1990er Jahren wird Muslima zunehmend von muslimischen Frauen in Deutschland verwendet. Unter muslimischen Frauen sind beide Bezeichnungen gebräuchlich, Muslima ebenso wie Muslimin.
Auffällig ist, dass die Frage, ob man Muslimin oder Muslima sagen soll, in den Medien meist von deutschen Nichtmuslimen, meist Männern, beantwortet wird bzw. sie gefragt werden. Aber um sie geht es nun einmal nicht. Sie entscheiden sich meist für „Muslimin“, aber ihr Argument ist nie, dass muslimische Frauen diese Bezeichnung bevorzugen. Sie selbst bevorzugen diese Form – und glauben fälschlich, sie hätten die Hoheit über die Begriffswahl.
Ob eine muslimische Frau Muslima oder Muslimin genannt wird, müssen wir sie selbst fragen – was bevorzugt sie? Die eingedeutschte Form Muslimin/Musliminnen oder die aus dem Arabischen übernommene Form Muslima/Muslimas?
Es ist eine Frage des Respekts, die Bezeichnung zu verwenden, die sie selbst bevorzugen, nicht diejenige, die wir bevorzugen.
„Muslim/Muslima“ hat übrigens dieselbe Wurzel wie das Wort „Islam“. Es bedeutet, „der/die (Gott) Ergebene“.
Eine weitere Bezeichnung aus dem Koran ist مؤمن (mu'min), auf Deutsch „die (wahrhaft) Gläubigen“. امرأة متدينة (aimra'at mu'tadayina) bedeutet „gläubige Frau“.