„A short dress doesn't mean yes“ – ein kurzes Kleid, ein knapper Rock, auffälliges Make-up, High Heels … meinen nicht Ja.

Jede Frau hat das Recht, selbst zu bestimmen, wie sie sich kleidet. Ob sie sich eher freizügig oder eher verhüllend kleidet. Freizügigkeit ist keine Einladung an Männer für Anstarren, Catcalling, Nachpfeifen, Begrapschen, sexuelle Belästigung oder sexualisierte Gewalt.

Keine Frau muss sich verhüllen, um nicht von Männern sexuell belästigt oder gar Opfer sexualisierter Gewalt zu werden.

Nur Ja heißt Ja!

Und für manche ganz deutlich: Mein Schleier ist nicht deine Ausrede, Frauen mit kurzem Kleid zu belästigen.

„Sie hätte ja etwas weniger Aufreizendes anziehen können!“

Nein. Sie kann tragen, was immer sie will. Tiefer Ausschnitt, kurzer Rock, Make-up, High Heels, auffälliger Schmuck, Tattoos, was auch immer. Es ist ihr Recht auf Selbstbestimmung und keine Einladung.

Und jeder Mann hat die moralische Pflicht, denjenigen Männern, die das nicht raffen, die Meinung zu geigen. Ansonsten kannst du dein „Not all men“ vergessen.

Leider gibt es auch Frauen, die glauben, freizügig gekleidete Frauen hätten durch ihr Outfit sexuelle Belästigung provoziert und trügen eine Mitschuld, wenn ihnen etwas geschieht. Das nennt sich Victim Blaming, Opferschelte. Dabei zeigen Studien aus Ägypten, dass verschleierte Frauen in der Öffentlichkeit kaum weniger sexuell belästigt werden als nicht verschleierte Frauen. Es geht den Männern nämlich nur um eines: ihre vermeintliche Macht durchzusetzen. Frauen zu unterdrücken. Es ist toxische Männlichkeit, ein Ergebnis von patriarchalen, misogynen und sexistischen Strukturen, die wir in allen Gesellschaften finden. Viele dieser Männer weisen eine fragile Männlichkeit auf, die sie durch ihr vermeintlich „männliches“, tatsächlich einfach nur aggressives Verhalten überdecken wollen. Sie verwechseln Aggression (insbesondere gegen Frauen) mit Männlichkeit. 

Es ist, liebe deutsche Nichtmuslime und im Übrigen auch Bundeskanzlerdarsteller, kein Problem, das mit Migration zu tun hat. Es ist ein Problem, das generell mit Männern zu tun hat; denn sexuelle Belästigung hat keine Nationalität, sie hat ein Geschlecht: männlich. 

Dabei gilt: Männer können sich beherrschen. Sie sind weder von ihren Hormonen noch von irgendwelchen Trieben fremdgesteuert – sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt sind bewusste Entscheidungen, kein allen Männern angeborenes Schicksal, dem sie hilflos ausgeliefert wären. 

Sie können den Blick senken oder abwenden, ihre Finger bei sich behalten, den Mund geschlossen lassen und ihre Gedanken zügeln.

Männer sind für ihr Verhalten verantwortlich – nicht Frauen dafür, dass Männer nicht sehen, was sie in „Versuchung“ führen könnte. 

Und wenn Alkohol dir die Kontrolle über dein Verhalten nimmt und dich enthemmt, dann lass das Glas oder die Flasche stehen. Gib nicht dem Alkohol die Schuld für dein Fehlverhalten Frauen gegenüber. Du ganz allein bist für dein Verhalten verantwortlich. Und wenn du alkoholkrank bist, dann such dir Hilfe. Geh zu den anonymen Alkoholikern, zu einem Arzt, gib dein Problem zu, gestehe dir ein, dass der Alkohol dich kontrolliert. 

Noch eine Bemerkung zum Schluss: Ich trage den Schleier nicht, um mich vor sexueller Belästigung zu schützen (das funktioniert ja ohnehin nicht, wie wir weiter oben gesehen haben). Ich trage ihn, weil ich nicht möchte, dass Männer mich zu Gesicht bekommen, egal, welche Absichten sie haben. Nicht jeder Blick eines Mannes auf eine Frau ist von dem Wunsch getragen, sie zu belästigen. Aber auch dann ist es nicht jeder Frau recht, sich den Blicken der Männer preiszugeben. Wir wünschen das unseren Männern vorzubehalten. Das ist eine Entscheidung, die nicht allen Feministinnen gefällt, aber für mich ist es eine feministische Entscheidung. Wir Frauen dürfen uns verhüllen, wenn wir dies selbstbestimmt tun. 

Hier wiederhole ich noch einmal meine Bemerkung von weiter oben: Mein Schleier ist nicht deine Ausrede, Frauen mit einem kurzen Kleid zu belästigen. 

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