Ich war heute nur relativ kurz unterwegs, wie immer ganz in Schwarz mit Dschilbab, Nikab und Handschuhen. Zuerst zur Apotheke, danach zur Buchhandlung, zum Discounter und schließlich wieder nach Hause. Und während dieser kurzen Zeit wurde ich deutlich häufiger rassistisch beleidigt als sonst. Da der Vollmond schon fünf Tage zurückliegt, kann es daran nicht liegen. 

Eine der Personen fragte laut, ob ich womöglich eine Terroristin sei. Ich vermute, dass es hier einen Zusammenhang mit der mutmaßlichen Amokfahrt gestern in Leipzig gibt, bei der zwei Menschen ums Leben kamen und mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Der mutmaßliche Amokfahrer mit einem SUV ist ein 33-jähriger Leipziger mit deutscher Staatsangehörigkeit – wobei natürlich längst in bestimmten Kreisen behauptet wird, er sei ein (was für eine widerliche Bezeichnung) „Passdeutscher“, was stets als Synonym für „Muslim“ verwendet wird. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat liegen derzeit nicht vor, dafür aber auf einen psychischen Ausnahmezustand. 

Aber für manche Menschen ist die gestrige schreckliche Amokfahrt dennoch ein Auslöser für antimuslimischen Rassismus. „Man weiß ja nie, ob Mann oder Frau. Oder was die unter ihrem Schleier verstecken!“

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