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- 02/2026
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Im Gespräch mit Musliminnen fällt mir immer wieder auf, wie privilegiert ich bin, im Gegensatz zu vielen von ihnen: Ich bin weiß, habe die deutsche Staatsbürgerschaft, spreche fließend Deutsch und bin wirtschaftlich abgesichert. Ich bin außerdem nicht behindert - bei muslimischen Frauen sorgen sichtbare Behinderungen oft für zusätzliche Diskriminierung.
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Ich habe ein neues Wort kennengelernt: Femonationalismus.
Dabei handelt es sich um etwas, das Frauen, die Hidschab oder Nikab tragen, regelmäßig erleben: Frauenrechte werden für die rechte politische Agenda instrumentalisiert.
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Vor wenigen Tagen äußerte sich der Zweite-Wahl-Kanzler Merz auf eine unfassbar üble, rassistische Art, ich zitiere wörtlich (und ohne mir die Aussage anzueignen): „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“
Wenn Merz mich sieht, denkt er wahrscheinlich, eine Ausländerin vor sich zu haben, die nicht hierhergehört. Ein „Problem im Stadtbild“. Eine Frau, die Dobrindt aus dem Land schaffen sollte.
Abgesehen davon, dass niemand, absolut niemand, wegen Hautfarbe oder Kleidung oder Religion hier falsch ist, egal welche Staatsangehörigkeit dieser Mensch hat:
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Die Regierung in Österreich plant ein Hidschab-Verbot für Mädchen unter 14 Jahren an österreichischen Schulen. Das rechtspopulistische und islamfeindliche Verbot soll nicht nur öffentliche, sondern auch Privatschulen betreffen. Bei Zuwiderhandlungen will die für ihre Islamfeindlichkeit bekannte Regierung Strafen bis 1.000 Euro verhängen.
Lehrer wären demnach verpflichtet, Verstöße gegen das Verbot zu melden. Anderenfalls droht auch ihnen eine Strafe.
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Das religiöse System der Verschleierung von Frauen in der Gegenwart von Männern und das Konzept der Geschlechtertrennung beruhen auf einer starren Einteilung in zwei Geschlechter: Mann und Frau.
Wir wissen heute, dass das mit dem Geschlecht aus biologischer Perspektive so nicht funktioniert, dass es viel komplizierter ist. Es gibt Frauen, Männer, intergeschlechtliche Menschen und auch nichtbinäre Personen. Dazu kommt das Thema Transgeschlechtlichkeit.
Viele Menschen (nicht nur Religiöse, aber die eben auch) hätten es weiterhin gerne schön einfach, hier Männer, da Frauen, Kiste zu, Thema erledigt – und handeln entsprechend.
Aber wie gesagt: Es ist komplizierter.
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Das Schamgefühl, so sagte es der Psychiater und Psychoanalytiker Leon Wurmser, ist die Wächterin der menschlichen Würde. Scham ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Das Schamgefühl gehört zum Innersten unseres Wesens, zum Kern unserer Persönlichkeit und damit zu unserer unverletzlichen Würde.
Jeder Mensch hat seine eigene Schamgrenze, die nur teilweise durch die Kultur, in der wir aufwachsen, bedingt ist. Wir entwickeln unser Schamgefühl im Laufe unseres Lebens. Dabei kann sich auch die Schamgrenze verschieben, etwa durch religiöse Überzeugungen, die wir gewinnen.
Das Schamgefühl eines jeden Menschen ist unbedingt zu respektieren, auch dann, wenn es uns übertrieben erscheint. Die Schamgrenzen eines Menschen dürfen nie verletzt werden. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die das Schamgefühl (auch das eigene) oft geringachtet.
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Diese Tage werden wieder heiß. Viel trinken ist da wichtig. Kalte Getränke sind allerdings nicht empfehlenswert. Ich bevorzuge Tee – etwa mit Nana- oder Marokkanischer Minze, gerne gemischt mit Gunpowder- oder anderem Grünem Tee. Die ätherischen Öle der Minze sind erfrischend. Grünen Tee empfinde ich als bekömmlicher als Schwarzen Tee (gesünder soll er auch sein).
Gunpowder heißt in China 珠茶 zhū chá, was „Perlen-Tee“ bedeutet, wohl nach der Form der zu kleinen Kugeln gepressten Teeblätter. Da mein Name Lulua „Perle“ bedeutet, ist das der perfekte Tee für mich. Lulua-Tee.
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Heute nur eine kurze Strecke mit dem Nikab unterwegs, zum Einkaufen für das Wochenende.
Angekommen beim Discounter, stelle ich wie üblich meinen Einkaufstrolley im Kassenbereich ab und will gerade in den Laden gehen, als ich sehe, dass jemand die Klappe hochnimmt, um in den Trolley zu schauen. Er sieht meinen Blick und meint, „ich muss doch schauen, ob da eine Bombe drin ist“. Aber sonst geht’s noch? Auch wenn es nur ein Scherz gewesen sein sollte (wobei ich mir nicht sicher bin) – so etwas geht nun mal gar nicht.
Im Laden schaut mich ein kleines Mädchen, etwa vier oder fünf Jahre alt, neugierig an. Damit sie meine Augen besser sehen kann, ziehe ich etwas am Nikab, um die Öffnung für die Augen zu vergrößern, und winke dem Kind zu. Das Kind strahlt und winkt zurück. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Kinder auf den Nikab reagieren. Meist ist es Neugierde.
Das dritte Erlebnis dann auf dem Weg nach draußen. Mir ist das Licht nach dem Verlassen des Ladens zu hell, und ehe ich davon Kopfschmerzen bekomme, ziehe ich eine weitere Stofflage über das Gesicht, sodass meine Augen bedeckt sind – Sonnenbrille à la Nikabi. Mir kommt eine Frau mit dunkler Sonnenbrille entgegen und kommentiert halblaut „nicht einmal die Augen kann man sehen“. Ja, genau wie bei dir, Teuerste.
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Die Religionsfreiheit gemäß Artikel 4 Grundgesetz1 ist in Deutschland ein sog. schrankenloses Menschenrecht bzw. ein Menschenrecht ohne Gesetzesvorbehalt.
Wie alle Menschenrechte basiert die Religionsfreiheit auf der nach Artikel 1 Grundgesetz2 unantastbaren Würde des Menschen und ist damit frei von Voraussetzungen.
Niemand muss sich die Religionsfreiheit durch bürgerliches Wohlverhalten oder kulturelle Integration oder Assimilation verdienen. Eine angebliche „Leitkultur“ kann die Religionsfreiheit derer, die diese nicht akzeptieren, nicht außer Kraft setzen.
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Ich denke, ich werde ab jetzt regelmäßig meine Erlebnisse aufschreiben, die ich so habe, wenn ich mit dem Nikab unterwegs bin. Also, hier ist der erste Bericht: Mit dem Nikab unterwegs.
Gestern war ich mit dem Nikab unterwegs – mit S- und U-Bahn zum Flughafen Stuttgart und wieder zurück. Ich mag alles, was mit Fliegen zu tun hat. Darum bin ich bisweilen gerne am Flughafen, auf der Besucherterrasse. Habe Reinhard Mays Über den Wolken im Kopf, träume vom Fliegen. Eigentlich wollte ich in die Wilhelma, Stuttgarts Zoo, aber ich habe mich dann kurzfristig für den Airport entschieden.
Und gestern war solch ein Tag, an dem es mit Dschilbab, Nikab und Handschuhen eher unangenehm war.