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- 02/2026
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Alice Schwarzer stellt Ihre „feministische“ Zeitschrift „Emma“ ein – endlich!
Als Feministin, die für einen differenzierenden und intersektionalen Feminismus eintritt, und als sich bescheiden kleidende Frau bin ich über diese Meldung begeistert.
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Jede Frau kennt ihn: den Druck, uns für unsere Kleidung, unser Make-up, unser Auftreten in der Öffentlichkeit rechtfertigen zu müssen.
Besonders trifft es Frauen, die mehr von ihrem Körper herzeigen als vermeintlich „üblich“ – oder die mehr davon bedecken, die sich verhüllen.
Zurzeit trifft es hierzulande vor allem Frauen, die in der Öffentlichkeit stillen oder die sich, wie meine Schwestern und ich, bescheiden kleiden. Wir müssen uns laufend rechtfertigen.
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Im Patriarchat maßen sich Männer (und zu oft auch Frauen) an, entscheiden zu dürfen, wie eine Frau sich zu kleiden hat, wie viel von sich sie herzuzeigen hat, ob und wie sie sich verhüllen darf.
Dabei sind Kopftuchzwang und Kopftuchverbot die zwei Seiten ein und derselben Medaille, geprägt vom Patriarchat.
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Viele Meinungsbeiträge zum Schleier, insbesondere von Seiten der Verbotsbefürworter, setzen voraus, dass der Schleier etwas Schlimmes sei.
Aber was ist denn eigentlich das angeblich Schlimme am Kopftuch, am Nikab oder am Burkini?
Ich verschleiere mich nun seit vielen Jahren und kann auch als westliche, emanzipierte Frau (die nicht mit dem Schleier oder in einer muslimischen Famie aufgewachsen ist) nichts Schlimmes daran finden.
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Das typische „feministische“ Argument für Verbote von Kopftuch, „Burka“ oder Burkini ist, dass es für die Freiheit der Mädchen und Frauen unbedingt nötig wäre. Denn keine Frau bedecke sich freiwillig (es sei denn, sie ist eine „radikalisierte Islamistin“), es stehe stets familiärer oder sozialer Druck oder sogar Zwang dahinter.
Aber es geht niemals um die Freiheit der Mädchen und Frauen, es geht um Fremdbestimmung, um Entmündigung. Es geht um die patriarchale Kontrolle über den Körper der Frau.
Es ist derselbe Grund wie bei den Taliban und im Iran, nur scheinbar gegensätzlich. Beide Seiten, so unterschiedlich sie auch sein mögen, wollen den Körper der Frauen für das Patriarchat kontrollieren. Sie wollen bestimmen, wie viel Haut die Frau herzeigen darf. Die Frau darf es nicht selbst bestimmen; ihr Körper gehört nicht ihr selbst, sondern sie hat sich zu fügen.
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Es gibt, durchaus mit Überschneidungen, einen
Hauptsächlich unterscheiden sie sich in einem Detail: Der antimuslimische Rassismus betrachtet Muslime aufgrund ihrer Religion und Kultur als im Vergleich zu insbesondere Atheisten und Christen minderwertig und diesen unterlegen. Der Antiislamismus hingegen betrachtet den Islam als eine derzeit dem Westen (dem sog. Abendland4) überlegene Ideologie.
Natürlich sind diese beiden Ideologien nicht immer sauber voneinander zu unterscheiden. Sie überschneiden sich und es gibt Allianzen.
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Heute vor vier Jahren starb die kurdische Iranerin Jina Mahsa Amini (22) in einem Gefängnis in Teheran.
Ihr „Vergehen“: ein angeblicher Verstoß gegen das „Hidschab-Gesetz“ des Mullah-Regimes. Dafür wurde sie drei Tage vorher von der berüchtigten „Sittenpolizei“ (Gascht-e Erschad) festgenommen und so schwer misshandelt, dass sie schließlich ihren Verletzungen erlag. Nach Zeugenaussagen ging die Polizei mit extremer Brutalität gegen Jina und andere Gefangene vor. Medizinische Hilfe erhielt sie viel zu spät.
Keine Frau sollte dafür bestraft oder auch nur von den Behörden ergriffen werden, dass sie ihr Kopftuch nicht richtig (oder gar nicht) trägt. Und schon gar nicht sollte eine Frau deswegen so schwer misshandelt werden, dass sie stirbt.
Wie können Menschen glauben, dass so etwas Gott gefällt? Dass Gott die Festnahme und die brutale Misshandlung einer Frau will, nur weil ihr Hidschab verrutscht war, sodass wohl einige Haare zu sehen waren? Wie können Menschen glauben, dass Gott will, dass wir Menschen zu religiösen Handlungen zwingen?
Ein „religiöses“ Regime, das so agiert, verletzt nicht nur die Menschenrechte, sondern auch die Religion, den Glauben an Gott. Es treibt die Menschen weg vom Glauben an Gott.
Im Iran ist diese Brutalität des Regimes bis heute Alltag. Immer wieder trifft es Frauen, immer aus nichtigem Anlass. Es ist eine Schreckensherrschaft, durch die unzählige Frauen verletzt oder getötet werden.
Als Frau, die sich aus religiösen Gründen verschleiert – weitaus mehr, als dies im Iran vorgeschrieben ist – lehne ich dieses Vorgehen entschieden ab. Jede Frau muss selbstbestimmt entscheiden können, ob sie sich bedeckt oder nicht. Kein Mensch darf sie dazu zwingen, sich zu bedecken oder zu enthüllen.
Ich glaube, dass der Schleier nur dann vor Gott als verdienstvoll gilt, wenn er freiwillig getragen wird, aus Liebe zu Gott. Es gibt keinen Zwang in der Religion.

